

Der Begriff „Digital Signage“ wird häufig schon dann verwendet, wenn mit Plasma- bzw. LCD-Bildschirmen oder anderen geeigneten Anzeigegeräten (wie z.B. Projektionsgeräten) bewegte Bilder gezeigt werden. Daher bezeichnen sich auch die Hersteller von Großbildschirmen und Projektoren, die Ausstatter von Konferenz- und Messetechnik und sogar Fernsehsender als „Digital Signage Anbieter“.
Im eigentlichen Sinne geht es bei „Digital Signage“ jedoch um vernetzte audiovisuelle Informationssysteme, deren Inhalte entweder programmgesteuert oder manuell zusammengestellt werden können. Dafür notwendig ist eine Kombination von Präsentationstechnik, Playout-Hardware (PC-Systeme), Netzwerk-Anbindung sowie Software für Playout, Content Management und Netzwerk Management.
Digital Signage umfasst keine reinen Broadcast-Lösungen, keine Präsentationssysteme ohne Netzwerk-Anbindung und keine interaktiven Kiosk-Systeme ohne tägliche Aktualisierung und regionale Inhalte.

Flache Displays sind allgegenwärtig: An Flughäfen, Bahnhöfen, Wartezonen, in Geschäften und vielen anderen Bereichen. Sogar in Arztpraxen, Bars, Museen, Diskotheken, Kliniken, Fitness-Studios, Behörden und Eiscafés versorgen sie uns mit aktuellen Informationen, News und Unterhaltung.
Digital Signage wird zunehmend auf öffentlichen Plätzen eingesetzt. Dort wird Werbung mittels elektronischer Laufschriften und digitalen Plakaten angezeigt. Auf Bahnhöfen und Flughäfen ist die elektronische Anzeige von An- und Abfahrtszeiten schon länger üblich. In U-Bahnen kann Werbung zielgerichtet nach Uhrzeit zielgruppengerecht angezeigt werden. Auch in Hotels, Großmärkten und Geschäften kommt immer mehr Digital Signage zum Einsatz. Im Unternehmensbereich kommt es zunehmend für die Eigenvermarktung (beispielsweise mittels Unternehmens-TV für Mitarbeiter) zum Einsatz.
Digital Signage bietet die Möglichkeit, von zentralen Content Management Anwendungen aus ein Netzwerk von mehreren hundert oder sogar tausend Präsentationssystemen mit individuellen Programmen zu versorgen. Dies bedeutet, dass einerseits jedes System eigene Programminhalte zeigen kann, andererseits aber auch globale Inhalte (d.h. Programminhalte, welche im gesamten Netzwerk gezeigt werden) auf alle Systeme gemeinsam eingespielt werden können.

Neben der „Regionalität“ von Digital Signage Systemen spielt auch die „Aktualität“ eine wesentliche Rolle. Digital Signage Netze sind in der Lage, innerhalb weniger Minuten sowohl globale Inhalte über das gesamte Netzwerk als auch lokale Inhalte an einzelne Standorte zu verteilen. Dies setzt eine schnelle Anbindung an ein zentrales Netzwerk Management System voraus, welche z.B. über DSL, ISDN oder bidirektionale Satellitenverbindungen realisierbar ist.
In Zukunft werden neben zentralen Netzwerk Management Systemen sicherlich auch Peer-to-Peer Technologien eine Rolle spielen; entsprechende Anwendungen befinden sich aber gerade erst in der Entwicklung.

Die Inhalte müssen in den meisten Fällen redaktionell bearbeitet werden. Hierbei wird oft auf die Arbeit von Agenturen zurückgegriffen, die Inhalte bereitstellen, oder man arbeitet mit Content-Management-Systemen, wobei Mitarbeiter die Inhalte selbst pflegen. Generell ist es von entscheidender Bedeutung, dass die jeweiligen Inhalte an die Ausspielmedien angepasst werden. Die digital aufgearbeiteten Medieninhalte wie Video-Clips, Bilder, Texte, Sounds, Präsentationen, TV etc. werden dann am Point of Sale (POS) oder Point of Information (POI) eingespielt.
Die Präsentation der Inhalte erfolgt auf Plasma- oder LC-Displays, Infosäulen, bei repräsentativen Einsätzen auch über Monitor-Split-Wände (ein großes Bild wird aus mehreren Einzelbildschirmen zusammengesetzt), Großbildprojektionen sowie LED-Wände.
Content Management Systeme für Digital Signage Netzwerke sind in der Lage, über ein differenziertes Rollen- und Rechte-Management unterschiedliche Programmblöcke von unterschiedlichen Nutzern bearbeiten und verändern zu lassen.
Dies kann bedeuten, dass unterschiedliche Mitarbeiter einer Marketingabteilung jeweils einen Programmblock für das gesamte Digital Signage Netzwerk verändern können (z.B..: Mitarbeiter A: „Markenbildende Produktinformationen“; Mitarbeiter B: „Aktuelle Abverkaufsförderung“; Mitarbeiter C: „News und Aktionen“). Dies kann aber auch bedeuten, dass jeder Filialleiter den Programmblock „Lokale Aktionsangebote“ für die eigene Filiale verändern darf.

Das Hauptargument für Digital Signage Systemen ist die Kostenersparnis. Bei konventionellen Schildern und Plakaten (Paper Signage) fallen bei jedem Wechsel der Inhalte Kosten an, da das Schild verändert oder das Plakat überklebt werden muss. Bei Digital Signage werden die geänderten Inhalte praktisch ohne Zusatzkosten elektronisch eingespielt. Dem gegenüber stehen jedoch meist hohe Anschaffungskosten für die elektronischen Anzeigen und die dahinterliegende Technik sowie Stromkosten für den laufenden Betrieb.
Durch die sinkenden Preise für LCD- und Plasma-Bildschirme wird Digital Signage zunehmend kostengünstiger. Darüber hinaus ist die Aktualität der Inhalte ein weiteres Argument. Die Inhalte können sehr schnell geändert werden. So kann zum Beispiel auf unterschiedliche Kunden reagiert werden und vormittags ein anderer Inhalt gezeigt werden, wenn die Hausfrauen und -männer einkaufen, als am frühen Abend, wenn die Singles im gleichen Geschäft unterwegs sind.

Bei Digital Signage Software geht es um mehr als bloß Bilder oder Videos auf den Schirm zu bekommen. Nicht, dass das nicht auch entscheidend ist…aber es gibt noch weitere wichtige Dinge, die oft einfach unter den Teppich gekehrt werden!
Ein erfolgreiches Digital Signage Netzwerk entsteht nicht zufällig. Dazu gehören Know-How, kompetente Partner und eine Software-Plattform, die es Ihnen erlaubt, Ihre Visionen in die Tat umzusetzen. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, die Sie vergessen lässt, dass Sie eigentlich gerade mehrere hundert TV-Kanäle managen!